Der erste Virtuelle Fischereiverein

Delegiertenversammlung der Berner Fischer in Ringgenberg

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Fischer bereit zur Tat – und mit Erwartungen!
Unter der Leitung ihres Präsidenten, Grossrat Markus Meyer und im Beisein von Regie-rungsrat Andreas Rickenbacher, Fischereidirektor des Kantons Bern, tagten die Dele-gierten des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes BKFV in Ringgenberg. Im Zent-rum standen dabei die Sparmassnahmen sowie die Entwicklung der Fischerei-Rahmenbedingungen im Kanton.

Drei Erwartungen an den Fischereidirektor
In seiner Eröffnungsansprache ging Präsident Markus Meyer auf die Sparmassnahmen des Kantons ein. Er legte dar, dass die Fischer diese – wenn auch zähneknirschend – mittragen. Ja, die Vereine des BKFV sind sogar bereit, gewisse Aufgaben, welche der Kanton bisher durch das Fischereiinspektorat erledigte, zu übernehmen. Im Gegenzug formulierte Meyer drei konkrete Erwartungen an den Kanton.

• Zum einen erwartet er eine angemessene Umsetzung der ASP-Sparbeschlüsse des Kantons im Bereich Fischerei. Dieser ist nämlich aussergewöhnlich stark betroffen. Aus diesem Grund wird auch gefordert, dass künftige Sparmassnahmen an der Fischerei vorbeigehen müssen.

• Zum zweiten erwarten die Berner Fischer vom Fischereidirektor Einflussnahme auf die gegenwärtig in Überarbeitung befindliche regierungsrätliche Wasserstrategie. Insbesondere im Bereich der subventionierten Kleinwasserkraftwerke sind Korrekturen unbedingt nötig.

• Zum dritten gab der Grosse Rat im Januar den Weg für die Einführung eines Hegebeitrags in der Fischerei frei. Die Fischer sind bereit, einen solchen zu leisten – dies auch, damit dem Schutz der Gewässer und ihrer Räume vermehrt Rechnung getragen werden kann. Allerdings erwarten sie in diesem Zusammenhang eine praxisorientierte Umsetzung, ähnlich wie dies beim Jagdfonds der Fall ist.

Regierungsrat Andreas Rickenbacher ging in der Folge auf die Punkte ein und zeigte sich aufgeschlossen. Weiter erläuterte er den aktuellen Stand in der Gegenwärtig in Bewegung befindlichen Frage des Einsatzes von Widerhaken. Der Bund hat in dieser Sache überraschend die Tierschutzverordnung geändert. Es ist an den Kantonen nachzuziehen. Volkswirtschaftsdirektor Rickenbacher stellte eine Anpassung der einschlägigen Vorschriften im Kanton auf Ende Jahr in Aussicht.

Weg frei für "virtuellen Verein"
Im Übrigen revidierten die Fischer ihre Statuten. Sie machen damit den Weg frei für die Aufnahme des ersten virtuellen Fischerei-Vereins. Dieser moderne, rein internetbasierte Verein mit dem Namen HOOKED soll mithelfen, Fischer zu organisieren, welche mit dem traditionellen Vereinsleben weniger anfangen können. Der Präsident von hooked.ch, Jürg Bissegger, verspricht sich dadurch eine Stärkung der Fischerei.

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