Der erste Virtuelle Fischereiverein

Präsidentenkonferenz BKFV 2017 in Grosshöchstetten

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Markus Meyer begrüsst einmal mehr über 100 Anwesende und 15 Ehrenmitglieder des BKFV im Saal des Restaurants Sternen.

Mitteilungen des Präsidenten

Personelles: Der BKFV musste nach kurzer Amtszeit von Karin Scheurer bereits wieder einen neuen Geschäftsführer suchen. Neuer Geschäftsführer ist Adrian Aeschlimann. Er wurde am 18.10.2017 vom Vorstand des BKFV einstimmig in dieses Amt gewählt.

Ausbildung: Es entspricht einer Tradition, dass sich die Fischerinnen und Fischer auch um den Nachwuchs kümmern. So z.B. der Frauenfischerkurs, welcher schon seit ca. 10 Jahren im Auftrag des BKFV von der PV Bern u.U. durchgeführt wird, oder aber auch die Ausbildung von Jugendlichen und deren grossen Erfolge anlässlich der schweizerischen Jungfischermeisterschaft vom 10./11. Juni in Altdorf.

Fischerei 2020: Nach langen Diskussionen, Erörterungen, Hinterfragungen, Auswertungen konnte das Projekt „Fischerei 2020“ zum Abschluss gebracht werden. Der erstellte 7-Punkte-Plan wird durch den damaligen Projektleiter Peter Fiechter nachfolgend noch erläutert. Markus Meyer nimmt sich das Privileg heraus, besonders auf den letzten Punkt des Punkteplans einzugehen und zwar auf den Hegebeitrag. Der Kanton Bern spart und in den nächsten Tagen beginnt die nächste Session mit einer weiteren Sparrunde, bei der auch die Fischerei betroffen ist. Dies bedeutet, dass die Patentgebühren angehoben werden. Der Präsident ist der Meinung, dass man diese Verteuerung bei den vielfältigen fischereilichen Möglichkeiten (50 Patentgewässer) im Kanton Bern akzeptieren kann. Die Erhöhung der Patentgebühren bedingt aber eine Änderung des Fischereigesetzes. In Zusammenarbeit mit dem FI konnte eine Gesetzesanpassung erwirkt werden. Das Gesetz wird mit dem neuen Art. 43a wie folgt ergänzt:

Abs. 1 Zur Unterstützung von Hegemassnahmen wird bei der Erteilung von Angelfischerpatenten gem. Art 38 usw. zusätzlich zur Regalgebühr (Patentpreis) ein Hegebeitrag erhoben.

Abs. 2 Die Bezahlung des Hegebeitrages entfällt, wenn die Erwerberin oder der Erwerber des Angelfischerpatentes den Nachweis für geleistete Hegearbeit erbringt (Der Nachweis ist – gem. BKFV – also erbracht, wenn man Mitglied in einem Fischereiverein ist).

Abs. 3 Der jährliche Hegebeitrag beträgt mindestens CHF 20.- und höchstens CHF 100.-. Der Regierungsrat bestimmt dessen Höhe durch Verordnung.

Damit könnte eine langjährige Forderung der Vereine in nächster Zeit in Erfüllung gehen.

Triftgletscher: Der BKFV hat zusammen mit Umweltverbänden (WWF, Stiftung Landschaftsschutz, Pro Natura, usw.) sowie den Oberhasler Fischern in einer Begleitgruppe mitgearbeitet. Grundsätzlich wird dieses Projekt befürwortet, auch wenn es ein empfindlicher Eingriff in die Natur ist. Auf der anderen Seite kann massiv an Energie (ca. 150 GWh/Jahr) gewonnen werden. Es wurde auch hart um die ökologischen Rahmenbedingungen gekämpft, aber es ist schlussendlich ein sinnvolles Gesamtpaket entstanden. Das Projekt hilft, die Ziele der Wasserstrategie zu erreichen. Mit diesem Projekt können rund 40 durchschnittliche Kleinwasserprojekte ersetzt werden.

Im Weiteren arbeitet man auch daran, andere Gewässer zu schützen und weitere Kleinwasserkraftwerke zu verhindern. Gute Argumente für fischereiliche Anliegen sind vorhanden. Mit den bereits erfolgten Neukonzessionierungen und Sanierungen  (Hagneck und Meiringen) wurde das Ziel von 300 GWh/Jahr bereits erreicht. Nun muss dafür gesorgt werden, dass die Anliegen der Fischer auch bei der weiteren Vergabe von Konzessionen einfliessen. Zu diesem Zweck braucht es die Unterstützung durch die Regierung und Grossräte.

  1. Mitteilungen der Geschäftsstelle BKFV (Beat Ludwig)

Korrekte Adressen: 4 x jährlich erscheint die BKFV-Info und wird an die Mitglieder versandt. Davon kommen jeweils ca. 120 Exemplare als nicht zustellbare Post zurück. Die betroffenen Vereine werden dann von der GS jeweils gebeten, die Adresskorrekturen vorzunehmen und die mutierten Verzeichnisse der GS wieder zuzustellen.

Weil Vereinsmitglieder künftig vom Hegebeitrag befreit werden können, müssen die Adressverzeichnisse 100% stimmen.

E-Mail: Man beabsichtigt, Einladungen etc. künftig vermehrt per Mail zu versenden. Dadurch kann Arbeitszeit, Druckkosten, Porti gespart werden. Dies bedingt dann allerdings, dass die Mailadressen der Vereinspräsidenten, Sekretäre und Kassierer à jour sein müssen.

Urheberrecht: Seit kurzem klagt ein deutscher Anwalt für Urheber- und Medienrecht zahlreiche schweizerische Unternehmungen, Verbände aber auch Fischereivereine wegen allfälligen Urheberrechtsverletzungen an. Dies betrifft Bilder aus dem Internet oder aus den SaNa-Unterlagen (Fischbilder). Die Schadenersatzforderungen bewegen sich pro Bild teilweise über EUR 1000.- Das Schweizer Urheberrecht schützt Inhalte im Internet (Fotos), wenn eine individuelle Schöpfung vorliegt. Solche Inhalte dürfen nicht ohne Zustimmung des Urhebers veröffentlicht werden. Wenn  Vereine auf ihrer Webseite (Webseite gilt als öffentlich) fremde Bilder verwenden, verstossen sie eventuell gegen das Urheberrecht des Fotografen und handeln damit illegal.

Der BKFV schlägt den Vereinen vor, die Inhalte ihrer Webseiten auf Bilder unbekannter Herkunft zu überprüfen und gegebenenfalls auf dem Server zu löschen. Sollte bereits eine Schadenersatzforderung aus Deutschland eingegangen sein wird geraten, keine Unterlassungserklärungen zu unterschreiben, keine Zahlungen zu leisten und den Fall dem BKFV zu melden. Der BKFV klärt zurzeit ab, wie rechtlich oder im Sinne einer gütlichen Regelung diese Angelegenheit erledigt werden kann.

Termine: HV BKFV, 10. März 2018 in Innertkirchen / Präsidentenkonferenz 3. November 2018 in Grosshöchstetten / Leistungserhebungen 2017:  Bis am 15. Januar 2018,  Formulare auf Webseite BKFV = www.bkfv-fcbp.ch )

BKFV-Mütze: Mit dem Erlös sollen die Jungfischer unterstützt werden   2

  1. Ausbildung (Beat Ludwig)

SaNa-Kurse: Im 2017 wurden 65 SaNa-Kurse durchgeführt. Dies bedeutet, dass wieder ca. 1000 Fischerinnen und Fischer berechtigt sind, ein Patent zu lösen.

Instruktoren: Das Interesse zur Ausbildung zum SaNa-Instruktor ist gross. Ende 2017 verfügt der Kanton über ca. 80 Instruktoren (etwa gleichviel wie freiwillige Fischereiaufseher). Leider treten nur ca. 2/3 der Instruktoren aktiv in Erscheinung. Analog dem System Jugend- und Sportleiter werden die aktiven Instruktoren weiter erfasst. Die Nichtaktiven werden nicht mehr als Kursleiter geführt, behalten aber grundsätzlich ihren Status als Instruktor.

Fischerei Grund- und Weiterbildungskurse: es wurden 16 Grund- und 5 Weiterbildungs- und 1 Frauenfischerkurs durchgeführt. Die Vereine, welche solche Kurse anbieten wollen, sollen dem BKFV Beitragsgesuche um finanzielle Unterstützung jeweils bis Ende Oktober für das Folgejahr stellen.

Jungfischermeisterschaft: Der Seefischerverein Dürrenast hat seinen Titel in der Kategorie A erfolgreich verteidigt. Die übrigen 7 Berner Teams haben hervorragende Platzierungen erreicht. Nicht nur die Wettkampfteilnehmer, sondern auch alle Betreuer haben ihre Aufgaben mit Bravour gemeistert. Das Filetiertraining oder das Casting am Thunersee waren ausschlaggebend für die Top-Platzierungen.

Fischerei 2020 und Seepolizei: Auf Initiative des ehemaligen BKFV-Vizepräsidenten Jürg Bissegger werden ab kommendem Frühjahr alle Seepolizisten SaNa-tauglich gemacht. Sie werden ausgebildet und absolvieren die SaNa-Prüfung. Anschliessend werden sie durch das FI in der Durchführung von Kontrollen geschult. Mit dieser Massnahme wird eine weitere Lücke im 7-Punkte Plan (Fischereiaufsicht) geschlossen und die Kontrollen auf den Seen kann intensiviert werden.

IG „Dä nöi Fischer“: Diese Interessengemeinschaft aus ZH führt bereits in 12 deutschweizer Kantonen SANA-Kurse durch. Dem BKFV ist es ein Anliegen, dass die SaNa-Ausbildung bei den Vereinen bleibt, weil dies die Quelle für Neumitglieder ist und das Überleben der Vereine ermöglicht. Weder der BKFV noch das FI haben Möglichkeiten, gegen die Machenschaften der IG vorzugehen. Dem BKFV bleibt nur dafür zu sorgen, dass Fischer durch die IG in der gleichen Qualität ausgebildet werden wie in den Vereinen und zudem ebenfalls die bernischen Besonderheiten kennen lernen.

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  1. Aktuelles aus dem FI (Thomas Vuille)

Trockenheit: Das FI wurde im 2017 wegen der Hitzeperiode und der damit verbundenen Trockenheit stark betroffen. Insbesondere stelle aber die Trockenheit im Winter das FI vor grosse Herausforderungen. So z.B an der Emme im Januar, wo wegen Grundeisbildungen praktisch kein Wasser mehr fliessen konnte. Dass dabei der Fischbestand an Teilstrecken stark gelitten hat, ist die logische Konsequenz.

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Der Fischotter: Nebst den Grossraubtieren wie Bär, Wolf, etc. kehrt  nun offenbar auch der Otter als neuer Akteur an unsere Gewässer zurück. Zwischen Thun und Bern hat sich offensichtlich eine Population installiert. Dass dieses Tier seinem Namen gerecht wird und insbesondere Fische jagt, liegt auf der Hand. Es soll eine nationale Arbeitsgruppe gebildet werden, um den Umgang mit diesen Tieren zu klären.

Schwerpunkte im 2017: Weitere Revitalisierungen, Gewässeraufwertungen mit Totholz, Flusskrebse.

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Der Renaturierungsfond, welcher seit 20 Jahren besteht, funktioniert im ganzen Kanton und erzeugt Wirkung.

FOTO  FI

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Wasserkraftwerke werden zurzeit mit Fischtreppen ausgerüstet. Der Auf- und Abstieg der Fische wird durch die Mitglieder der örtlichen Fischereivereine ausgewertet. FOTOS

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Bachforellen und Äschen in der Aare: Das Projekt wird durch das FI in Zusammenarbeit mit der Uni Lausanne durchgeführt. Zurzeit läuft die Rückfangphase. Gefangene Fische sollen auf mögliche Markierungen hin geprüft und ggf. dem FI gemeldet werden.

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Aktuelles aus dem Fischereiinspektorat: Der Chef des kantonalen Landwirtschaftsamts, Urs Zaugg, hat genug. Er verliess die Verwaltung per 15. Juli 2017. Immer wieder forderte der Berner Bauernverband seine Absetzung. Neuer Leiter des LANAT wird Christian Hofer (Vizedirektor des BLW). Sein Amtsantritt erfolgt im Februar 2018.

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Christoph Küng, Bereichsleiter Fischereimanagement, geht im 2018 in Pension. Er wird ab 1.5.2018 ersetzt durch Andreas Hertig (bisher Fischereiverwalter Kanton Zürich). FOTO

Fischereiaufsicht: Die Strategie „Fischerei 2020“ sieht eine Verstärkung der Fischereiaufsicht vor. Für die neue Wahlperiode mit Beginn im 2018-2021 konnten die Nominationen und Wahlen der FFA abgeschlossen werden. Die Forderung der Fischereiaufsicht, aber auch der Fischer, ist klar: vermehrte Kontrollen an allen Gewässern (inkl. Teiche, Fischzuchten, etc.). Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus FFA der PV, dem BKFV, dem FI und der Seepolizei hat sich mit Verbesserungsmassnahmen befasst und ist u.A. zum Schluss gekommen, dass ein Schwergewicht auf die Ausbildung und Kompetenzen der Aufsichtsorgane zu legen ist.

Im Weiteren geht es darum, die Rekrutierung geeigneter Kandidaten als FFA zu verbessern. Zudem soll die Spesen- und Entschädigungsfrage neu überarbeitet werden. Ein weiteres Anliegen ist die bessere Erkennbarkeit der Fischereiaufseher. Zu diesem Zweck tragen diese künftig ein Namensschild sowie eine Mütze mit entsprechender Aufschrift.

Arbeitsgruppe Äschen: Diese Gruppe bearbeitet nach dem Moratorium die Entwicklung der Äschenbestände. Es wurde damals ein 6 – 7 Jahre dauerndes Untersuchungsprogramm festgelegt und durchgeführt. Dieses ist in der Zwischenzeit abgelaufen. Es muss nun geprüft werden, wie die teilweise mageren Bestände mit Verbesserungsmassnahmen / Förderungsmassnahmen optimiert werden können z.B. Fangvorschriften, Bewirtschaftungsmassnahmen, Schonzeiten, etc.

Diese Arbeiten sollten bis Ende 2017 abgeschlossen werden können, so dass die Empfehlung der AG im Hinblick auf eine Anpassung der FiG in eine Vernehmlassungsrunde gegeben werden kann.

Entlastungspaket: Gemäss Regierungsrat soll in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung,  Transportunternehmungen etc. gespart werden. Der Regierungsrat will den Finanzhaushalt bis 2021 um CHF 185 Mio. entlasten und hat zu diesem Zweck für alle Ämter und Direktionen 150 Massnahmen vorgelegt. Der Entscheid darüber wird durch den Grossrat im Monat November 2017 gefällt. Für das FI sind es die folgenden Massnahmen: 1. Die Beiträge in den Renaturierungsfond sollen reduziert werden; 2. Die Patentgebühren werden erhöht (siehe dazu auch die Aussagen von Markus Meyer).

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Es soll eine neue Patentart mit tieferen Gebühren (halber üblicher Tarif) für auszubildende Jugendliche geschaffen werden. Dies deshalb, weil Jugendliche in der Regel über wenig Geld verfügen, andererseits will man dadurch die ausgebildeten Jugendlichen zum Verbleib bei der Sportfischerei und zum Beitritt in einen Verein animieren.

Hegebeitrag: Siehe Aussagen Markus Meyer. Der Zeitplan für das Inkrafttreten der neuen Regelung sieht die Erstberatung durch den Grossrat in der Novembersession 2017 vor, dann folgt eine zweite formelle Lesung und Verabschiedung im Juni 2018. Da es sich um eine Gesetzesanpassung handelt, folgt anschliessend eine Referendumsfrist (Oktober 2018/Januar 2019). Es ist deshalb vorgesehen, die Änderung der Patentgebühren sowie den Hegebeitrag auf den 1.1.2020 in Kraft zu setzen.

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  1. Freiwillige Fischereiaufsicht (GR Marianne Schenk)

Marianne hat dem Grossrat einen Vorstoss (Interpellation = Fragen an den RR) eingegeben mit dem Thema „Freiwillige Fischereiaufsicht; Anerkennung als öffentliches Amt des Kantons“.

Frage 1: Anerkennt der Regierungsrat die ehrenamtliche Tätigkeit der FFA? Der RR attestiert die grosse Freiwilligenarbeit und anerkennt diese als wichtige und unterstützungswürdige Tätigkeit.

Frage 2: Wie viele ehrenamtliche Stunden werden geleistet? In den Jahren 2014/15 haben die 81 FFA 3`500 Stunden für Kontrollen geleistet.

Frage 3: Auf wie viele Stellen kann der Kanton Bern durch diese ehrenamtliche Tätigkeit verzichten? Die aufgewendeten Stunden entsprechen dem Pensum von 2 Vollzeitstellen. Die Aufsicht ist deshalb wirkungsvoll, da sich die Kontrolltätigkeiten auch auf Randzeiten, Wochenenden und Feiertage beziehen.

Frage 4: Ist der RR gewillt, die Personalverordnung so anzupassen, dass die FFA als Wahrnehmung eines öffentlichen Amtes gilt? Bei den FFA handelt es sich um nebenamtlich tätige Personen im Sinne von Art 3, Abs. 5 des Personalgesetzes (16.09.2004) welches festhält, dass die FFA eine Funktion für den Kanton ausüben, insbesondere als Organ der Strafverfolgungsbehörde, stehen aber in keinem Arbeitsverhältnis. Demnach ist es nicht möglich, die freiwillige Fischereiaufsicht als öffentliches Amt im Sinne von Art 52 des Personalgesetzes anzuerkennen. Die in dieser Bestimmung angesprochenen öffentlichen Ämter betreffen externe Tätigkeiten, die ergänzend zu einer kantonalen Funktion ausgeübt und als Urlaubsgrund anerkannt werden.

Personalverordnung: Die freiwillige Fischereiaufsicht ist jedoch selber eine kantonale Funktion. Eine solche kann kein Urlaubsgrund für eine andere gleichzeitig ausgeübte kantonale Funktion sein. Die Interessenkonflikte, die sich bei Gewährung eines Urlaubes aus den gleichzeitig ausgeübten unterschiedlichen kantonalen Funktionen ergeben, wären nicht steuerbar.

Fazit: Dank den Leistungen der freiwilligen Fischereiaufsicht können zwar 2 Vollzeitstellen im Kanton eingespart werden. Mit einer nächsten Motion im Grossrat will Marianne eine kantonale Anerkennung der freiwilligen Fischereiaufsicht erreichen (z.B. Entschädigung, etc.).

  1. Fischerei 2020 (Peter Fiechter)

Peter Fiechter ergänzt die bereits diskutierten Punkte der Strategie Fischerei 2020 wie folgt:

SaNa: Die Ausbildung SaNa liegt beim SFV. Man will erreichen, dass auch Tageskartenbezüger und Freiangelrechtsfischer über einen SaNa-Ausweis verfügen müssen. 80% der Kantonalverbände stimmten diesem Vorhaben zu.

Fischereiaufsicht: Die Vorkommnisse (Anwendung Tierschutzgesetz) am Blausee haben Handlungsbedarf bezüglich der Teichbefischung aufgezeigt. Die Besitzer und Teichfischereibetreiber wie der Forellensee in Zweisimmen, Worben, Sigriswil, Stockhorn und Kräiligen sollen versammelt werden, um gemeinsam nach Verbesserungen bez. Information und Begleitung dieser Fischenden (von denen wahrscheinlich keiner über einen SaNa-Ausweis verfügt) zu beraten.

Biodiversität: Es geht um Arterhaltung, genetische Vielfalt erhalten etc.  80% der Insekten (Bienen, Schmetterlinge, etc.) sterben. Offenbar ist da ein schleichender Prozess im Gange, dessen Bedeutung noch unklar ist.  Aber diese Tendenzen haben eben auch einen Einfluss auf die Wasserfauna. Deshalb ist es wichtig, dass die laufende Initiative zur Vermeidung von Pestiziden, Herbiziden, Fungiziden etc.   unterstützt wird. Die Vereine sind zur Unterschriftensammlung aufgerufen!

Im Kanton Bern läuft bereits ein Pflanzenschutzprojekt. Die Landwirte können dort freiwillig mitmachen. Bauern, welche weniger oder ganz auf den Einsatz chemischer Keulen (Pestizide) verzichten, werden mit entsprechenden Subventionen belohnt / entschädigt.

Besatzmassnahmen: Die Erkenntnis für einen nachhaltigen Fischbestand geht dahin, dass in bestimmten Bächen ohne Besatzmassnahmen der Fischbestand nicht schlechter ist als dort, wo man Besatzmassnahmen getroffen hat.

  1. Jagd und Fischerei im Kanton Bern (Paul Schmid)

Ein hervorragender Vortrag aus der Praxis und für die Praxis, verbunden mit unmissverständlichen Winken mit dem Zaunpfahl an die Bürokratie, aber auch an alle Jäger und Fischer.

Ich gebe an dieser Stelle lediglich ein Zitat der Aussagen von Paul wieder:

„ Man wollte die Jagd einst entkriminalisieren und hat eigentlich das Gegenteil bewirkt. Es gibt heute „Chrüppeli auf der Jagd“, welche den gesetzlichen Spielraum voll ausnutzen. Die 25 Wildhüter, die die Kontrollen durchführen müssen, sind auf verlorenem Posten. Ich hatte z.B. einen auf der Niederjagd, der hatte einen Rehbock gestohlen. Wenn wir solche Wilderer erwischen, ist das reiner Zufall. Wenn man dann solche Leute fragt, warum sie dies tun, stelle ich euch diese Frage: Wisst ihr, warum sich ein Hund am Arsch leckt? Antwort: Weil er es kann! Und genau so ist es auf der Jagd!“

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Für das Protokoll: Peter May, 09.11.2017

Bildquellen: Aus den Referaten anlässlich der Versammlung

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