Der erste Virtuelle Fischereiverein

Sicherung des Aareufers

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Ausgangslage

Im Aareabschnitt zwischen der Schützenfahrbrücke und dem alten Reitplatz Münsingen befinden sich heute auf der orographisch rechten Seite der Aare zwei Grundwasserfassungen. Das Ufer im Perimeter wurde bis jetzt mit Betonbuhnen und einem Längsverbau vor Erosion geschützt. Diese haben ihre Lebensdauer erreicht und weisen teilweise massive Schäden auf. Manche wurden sogar zerstört und durch provisorische Holzbuhnen ersetzt. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

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Ist-Zustand

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Zerfallene Betonbuhne mit unterspültem Längs-verbau. (Quelle: Flussbau AG)

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Zerfallene Betonbuhne, welche mit Blocksteinen zum Schutz der Schwimmenden aufgefüllt wurde. (Quelle: Flussbau AG)

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Zerfallene Betonbuhne mit unterspültem Längsverbau. (Quelle: Flussbau AG)

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Zerfallene Betonbuhne. (Quelle: Flussbau AG)

 

Das Projektziel

Das Projekt hat zum Ziel, die Grundwasserschutzzonen „Schützenfahr“ von Seitenerosion und die Fassungen von Hochwasser zu schützen. Durch die Instandstellung des Uferschutzes bleibt der Schutz vor Ufererosion weiterhin bestehen bzw. er wird durch den engeren Buhnenabstand sogar noch verbessert.

Die Buhnen

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Alle zu ersetzenden Buhnen inklusive jeweils anschliessendem Längsverbau werden abgerissen und neu durch klassische Blockbuhnen mit einer wirksamen Länge von 10 m ersetzt. Der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Buhnen beträgt 55 m. Mit diesem Abstand ist das Ufer genügend geschützt, sodass auf einen Längsverbau verzichtet werden kann. Es werden 8 Buhnen inklusive jeweils anschliessendem Längsverbau rückgebaut und 16 klassische Buhnen erstellt. Die Blockbuhnen gewährleisten die Quervernetzung und gliedern sich gut in das Landschaftsbild ein. Ausserdem ist ihr Versagensmechanismus gutmütig. Dank dem gleichzeitigen Neubau der Buhnen und den ähnlichen geologischen und hydraulischen Verhältnissen auf der Strecke wird eine ähnliche Lebensdauer aller Buhnen erwartet.

Baupiste / Ufer- und Unterhaltsweg

Für das Bauprojekt wird eine Baupiste benötigt. Die Baupiste wird auf dem bestehenden Ufer- und Unterhaltsweg und, um eine ausreichende Breite von rund 3,5 m für die Baufahrzeuge zu erreichen, daneben angelegt. Zum Schutz des Bodens ist eine rund 40 cm dicke Kofferung aus Kies auf das bestehende Terrain aufzubringen. Anstatt die Baupiste nur provisorisch anzulegen, wird der Teil der Baupiste, welcher sich auf dem bestehenden Ufer- und Unterhaltsweg befindet, lokal als Ufererhöhung zur Behebung von Schutzdefiziten im unter-sten Bereich stehen gelassen. Die zusätzlich angelegte Breite für die Baupiste wird nach Beendigung der Bauarbeiten wieder rückgebaut. Die Wegbreite soll nach dem Teilrückbau der Baupiste nur noch rund 2 m betragen. Nach dem Rückbau der Baupiste wird der Ufer- und Unterhaltsweg mit einem Mergel-Belag überzogen.

Der Ufer- und Unterhaltsweg wird während der Bauzeit gesperrt. Ca. 600 m südlich des Projektperimeters wird für die Fussgänger und Radfahrer eine Umleitung auf den Dammweg signalisiert (siehe Grafik „die Buhnen“).

Bestockung

Die temporär gerodeten Flächen zwischen Ufer- und Unterhaltsweg und Aare sollen mit standorttypischen Sträuchern und Bäumen wiederbestockt werden.

Ökologie

Die Quervernetzung im Projektabschnitt erfolgt vor allem über die bestehenden Buhnen.

Diesbezüglich weist das Projekt dank der grösseren Anzahl Buhnen eine leichte Verbesserung gegenüber dem heutigen Zustand auf. Zudem wird neben den Buhnen auch der Längsverbau aus Beton entfernt. In diesen Bereichen wird das Ufer neu unverbaut sein und dadurch aufgewertet.

Die grössere Anzahl von Buhnen wird auch einen positiven Einfluss auf die Fischökologie

haben, da es eine grössere Strömungsvielfalt mit sich bringt. Zudem sorgt der Einbau von Wurzelstöcken für Strukturen und Lebensräume für die Fische.

Die Bauarbeiten sind zwingend bis Mitte März 2018 abzuschliessen.

 

Für den Bericht: Peter May

Quellenangaben: Tiefbauamt des Kantons Bern; Flussbau AG (Bilder)

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