Der erste Virtuelle Fischereiverein

Seeforelle

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Bald ist es wieder so weit: Die Seeforelleneröffnung im Kanton Bern am 1. Februar 2018

Grund genug für mich, einmal nachzufragen, wie der Bestand dieses aussergewöhnlichen Fisches - speziell im Thunersee - sichergestellt werden kann?

Ich habe mich zu diesem Zweck mit Jürg Ludwig getroffen, welcher sich als ehemaliger Präsident der PV Thun und heutiger Betreuer der „Militärbadi“ seit Jahrzehnten um den Fortbestand dieser Spezies kümmert.

Hier die Zusammenfassung unseres Gesprächs:

Jürg Ludwig vermutet, dass die Seeforelle in den alpinen Gewässern der Schweiz wohl ein «Nebenprodukt» des Lachsaufstiegs aus dem Atlantik ist. Durch Verbauungen in früheren Zeiten konnte der Lachs nicht mehr in die Laichgebiete aufsteigen und wieder absteigen. So konnte sich eine Gattung Seeforelle etablieren.

Die Seeforellen bevorzugen das kühlere Wasser der voralpinen Seen. Im Verlaufe des Jahres sind sie in unterschiedlichen Gewässertiefen zu finden; Ende Winter und anfangs Frühjahr sind sie für den Sportfischer in Ufernähe begehrte Beute.

Die Klimaveränderung hat auch Auswirkungen auf das Fressverhalten der Seeforellen, sind doch in früheren Jahren während der Maifliegenzeit einige Seeforellen Opfer von Anglern geworden, die mit der Maifliege diesen nachgestellt hatten.

Die Pachtvereinigung Thun befasst sich (unter Anderem) mit der Förderung der Seeforelle.

Das Fischereiinspektorat des Kantons Bern überlässt der PV Thun Seeforellen zur Aufzucht zu Laichtieren. Alle 2 Jahre werden zirka 500 Seeforellenjährlinge in einem Abteil der ehemaligen Militärbadeanstalt eingesetzt. Diese stammen aus Laichfischfang in Simme und Kander.

Als 3-jährige Fische erreichen sie die Laichreife. Für den Bestand der Laichtiere sind nicht alle 500 „Nachwüchser“ erforderlich; eine Selektion erfolgt, und überzählige Anwärter werden im Thunersee eingesetzt.

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Alle Jahre werden die Laichtiere vom Personal der Fischzucht Reutigen Anfang November abgefischt und zwecks Laichgewinnung in Netzkäfigen, getrennt nach Geschlecht, zwischengehältert. Nach erfolgreichem Abstreifen und Befruchten der Eier kommen diese wieder in ein grosses Abteil der Militärbadeanstalt.

Übergrosse Laichtiere (mehr als ca. 65 cm) werden im Thunersee in die Freiheit gelassen.

Jährlich kann das Fischereiinspektorat 120‘000 - 150'000 Seeforelleneier für die Aufzucht und den  anschliessenden Einsatz in die Gewässer ernten.

Jährlich benötigt die PV Thun für diese Aufzucht 350 bis 400 kg Futter und wendet knapp 500 Stunden für Betreuung und Abfischen auf.

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In der ehemaligen Militärbadeanstalt leben unsere Seeforellen-Muttertiere. Sie werden dort das ganze Jahr gehegt und gepflegt. Zur Laichzeit im Winter werden die Becken abgesenkt, die Seeforellen entnommen und gestreift.

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Weitere Infos auf                    www.pv-thun.ch

Bilderquelle: mit freundlicher Genehmigung der PV Thun

Für das Interview: Peter May

 

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